.: Karlsbande Ultras :.
 
Wer sind wir?

Gründung

Erblickt hat die Karlsbande das Licht der Welt im Juli 2010. Auch wenn die Karlsbande eine neue Gruppe in Aachen darstellt, kann man nicht von einer echten Neugründung sprechen. Im Laufe der Zeit gab es in der Aachener Ultraszene einige Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten, angefangen bei der Art des Supports bis hin zur kompletten Mentalität Ultra bildeten sich 2 komplett verschiedene Lager mit 2 komplett verschiedenen Ansichten der Materie Ultra. Diese waren gebündelt in einer Gruppe, was zunächst auch als positiv gesehen wurde. Von Zeit zu Zeit wurden die Differenzen aber immer größer und auch zwischenmenschliche Beziehungen litten darunter, ein effektives Arbeiten für Stadt, Verein und Gruppe war nicht mehr möglich, da man sich gegenseitig ausbremste.

So mussten wir also feststellen, dass eine weitere zufriedenstellende Arbeit innerhalb einer Gruppe nicht mehr möglich ist und der Tag der Spaltung rückte näher. Zügig formierte man sich neu und voller Motivation wurde die Karlsbande ins Leben gerufen. Nach einer Woche zählte man schon eine beachtliche Anzahl an Mitgliedern, resultierend nicht nur aus der Spaltung, auch weitere Szeneleute konnten sich mit unserem Weg identifizieren und schlossen sich unserer Passion an.

Unser Schwerpunkt liegt natürlich in der bestmöglichen Unterstützung unserer Mannschaft, diese lautstark nach vorne zu peitschen und unsere Stadt würdig zu repräsentieren. Wir wollen es schaffen die Kurve zu vereinen und noch einmal Stimmung wie zu besten Zeiten hervorzurufen. Dabei wird der Support dahin tendieren, wie es sich für die Kaiserstadt gehört und wofür Aachen immer bekannt war. Dabei soll die große, immer noch neue Kurve mit eingeschlossen werden. Der dafür beste Standort im Stadion ist nach unserer Ansicht im oberen Teil des Blocks. Unsere Gruppe platziert sich deswegen direkt unter dem Dach im Block S3, angrenzend zum Block S2. Angestimmt wird aus dem Block heraus und durch den Standort verteilt sich der Gesang zeitnah über die komplette Kurve.

Auch die Stärkung und Festigung der gesamten Fanszene haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, alle zusammen für Aachen anstatt engstirnig durch die Weltgeschichte zu laufen. Das Potential der Aachener Fanszene ist deutlich größer, als es vermuten lässt, wenn man es schafft, dass alle zueinander stehen.

Ganz klar steht für unsere Gruppe der Ultragedanke im Vordergrund und man hat sich dem Kampf gegen den modernen Fußball verschrieben. Für uns bedeutet der Fußball mehr als nur am Wochenende die Spiele zu verfolgen und danach den Schal an den Nagel zu hängen. Ultra ist eine Lebenseinstellung die einem jeden Tag im Leben begleitet. Innerhalb der Woche gibt es für jedes Mitglied der Bande viel zu tun, so trifft man sich also mehrmals die Woche um Fahnen, Doppelhalter oder Choreos zu erstellen.

Auch das freundschaftliche Verhältnis unserer Mitglieder wird groß geschrieben und man verbringt auch außerhalb des Fußballs viel Zeit miteinander und ist in jeder Lebenslage füreinander da. Wir behalten uns auch vor, Mitglieder, die nicht in die Gruppe passen, auszuschließen.

Saison 2010 / 2011

Die erste Saison Karlsbande verlief vollkommen zufriedenstellend. Schnell machte man sich einen Namen in Aachen und konnte sich Gehör verschaffen in der Fanszene, aber auch beim Verein. Die Zahl der Neuanmeldungen boomte und man konnte die Ultraszene in der Kaiserstadt weiter voran treiben. Auch das Umfeld rund um die Gruppe ist beachtlich, neben vielen Einzelpersonen schlossen sich auch Fanclubs wie Commando Aachen, Chaotic Boys und Aachen Pirates an, welchen man mit der Karlsbande einen Dachverband bietet, um gemeinsame Sache machen zu können. So konnte man zu jedem Auswärtsspiel mindestens einen Bus der KBU stellen, bei nahen Zugfahrten konnte man jeweils einen großen Mob an Szeneleute mobilisieren, wie es die Jahre zuvor undenkbar war. Auch der Szenetreff etablierte sich in kürzester Zeit und war Anlaufstelle für jung und alt an Spieltagen. Gemeinsam feierte man Siege und tauschte sich aus. Ebenso schaffte man es, Intros und Choreos zu organisieren, um der Kurve noch mehr Farbe zu verleihen. Viel Tifo Material wurde erstellt und man beteiligte sich am neuen Choreo Dachverband in Aachen, der Öcher Kurve. Bei Heimspielen fand unser Bereich im Block großen Anklang, viele Supportwillige stießen zu uns, so dass wir unseren Bereich bereits ein Mal in die Breite vergrößern mussten. Die Karlsbande Jugend wurde ins Leben gerufen, um dem großen Interesse junger ultraorientierter Alemanniafans gerecht zu werden und ihnen eine Anlaufstelle zu bieten.

Saison 2011 / 2012

Die Saison 2011/2012 war ein Wechselbad der Gefühle und ein richtungsweisendes Jahr, nicht nur für uns, auch für unseren Verein Alemannia Aachen.

Einer der wichtigsten Aufgaben dieser Spielzeit war die Suche nach einer eigenen Räumlichkeit. Der alte Container musste weg, da dieser auf dem Gelände des Tivolis stand, welches nun neu bebaut werden sollte. Somit startete man ohne Szenetreff in die Saison, was ein herber Rückschlag für die Gruppe war. Ohne Treffpunkt, auch innerhalb der Woche, ist ein Gruppenleben nur schwer meisterbar. Gegen Ende der Hinrunde wurde man endlich fündig und konnte mit Hilfe der ganzen Szene diese Räumlichkeit stemmen. Danke dafür an alle Unterstützer! Kurze Zeit später entdeckte man aber bereits eine deutlich besser geeignete Location und da es auch ein paar Probleme mit dem Vermieter gab, entschied man sich, nach nur 2 Monaten den Standort zu wechseln. Der nun bezogene KarlsBUnker erfreut sich hoher Beliebtheit und etabliert sich aktuell wieder zum Szenetreff an den Spieltagen und als Treffpunkt unterhalb der Woche.

Auch choreotechnisch hat sich einiges getan. In der Hinrunde stellte man einiges an schönen Choreos auf der kompletten Süd auf die Beine. Gegen Düsseldorf gab es die größte Blockfahne der Vereinsgeschichte und viele kleine Schwenker dazu. Auch zum 1.000 Zweitligaspiel gab es ein schönes Intro unserseits. In der Rückrunde konzentrierten wir uns dann auf kleinere Aktionen in unserem Bereich, da es einige Probleme innerhalb der Fanszene gab und auch viele Mitglieder mit einem Stadionverbot verbannt worden sind.

Die besagte Welle von Stadion- und Hausverboten überschattete leider den Start und die folgende Zeit der Rückrunde. Es galt, mit dieser Situation fertig zu werden. Glücklicherweise sind die meisten Hausverbote mittlerweile aufgehoben worden. Dennoch stehen immer noch zu viele Leute vor den Toren. Für die tapferen Jungs draußen organisierten wir immer wieder etwas, wie z.B. den Schwimmbadbesuch auf dem Weg nach Karlsruhe, oder das Wochenende in München.

Auch die finanzielle Situation des Vereins war sehr kritisch, so dass lange Zeit nicht klar war, ob der Verein nicht Bankrott gehen würde. Aufgrund der sehr angespannten Situation verzichtete die Karlsbande bis kurz vor Saisonende komplett auf Pyrotechnik im Stadion, da dort Strafen für den Verein fatal hätten Enden können. Nachdem der Verein gerettet war, beendeten wir den selbstauferlegten Pyroverzicht.

Aber auch sportlich war das Jahr eine Katastrophe! Schon ziemlich früh erkannten die Fans, wohin der Weg geht und man traf sich zeitig mit der Mannschaft zum Krisengipfel. Im Verein wollte aber noch niemand was vom Abstieg hören. Nun ist es trotzdem so gekommen, unser aller geliebter Verein kehrt zurück in die Drittklassigkeit.

Drittklassig ist auch eine Fangruppierung, die sich immer weiter abgekapselt hat und es beim Heimspiel gegen Aue zu einem Übergriff durch einige Fans auf sie gekommen ist. Seitdem nutzen sie die Gunst der Stunde und spielen unglaublich gut ihre Opferrolle und versuchen ständig, unsere Gruppe als Nazis abzustempeln. Damit greifen sie wohl nach dem letzten Strohhalm, weil sie gemerkt haben, dass ihnen ihr Rang abgelaufen wurde und sie ansonsten nicht mehr ernst genommen werden. Doch trotz aller „Skandale“ rund um die KBU und dem sportlichen Abstieg, geht es immer weiter und die Gruppe freut sich immer noch größter Beliebtheit in der Szene, so dass wir am Ende der Saison noch die 200er Marke geknackt haben. Entsprechend hat sich auch unser Bereich im Stadion vergrößert. Wir sind zwei Wellenbrecher tiefer gegangen und haben „unseren“ Bereich somit verdoppelt. Dieser Schritt war notwendig, da es einfach zu eng wurde dort oben. Auch optisch war dies natürlich ein gewaltiger Schritt nach vorne, da die Intros nun wesentlich besser rüber kommen.

Zum Schluss bleibt noch die Freundschaft zu den Jungs aus Kerkrade zu erwähnen. Bei der Gründung der Karlsbande war diese seit 20 Jahren bestehende Freundschaft so gut wie gestorben. Es gab zwar noch eine Jubiläumsparty, aber gegenseitige Spielbesuche waren doch sehr selten. Wir haben uns den Holländern aber nicht verschlossen und einige wenige knüpften wieder Kontakte über die Grenze und fuhren auch die eine oder andere Fahrt mit. Dies hat sich so gut eingebürgert, dass mittlerweile viele junge Leute Kontakte geknüpft haben und jedes Auswärtsspiel im Schnitt 4-5 Aachener im Kerkrader Bus sitzen. Auch die Kerkrader haben uns im Abstiegskampf nicht alleine gelassen und trumpften beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt mit etlichen Bussen auf, ca. 300 Koempels standen vor dem Szenetreff und mit einem extra angefertigten Marschbanner machten man sich gemeinsam auf den Weg zum Stadion. Kurz gesagt, die Freundschaft blüht wieder auf, man kann fast behaupten, so intensiv wie im Moment war die Freundschaft noch nie.

Das Ziel in der Saison 2012/2013 ist es natürlich erst einmal, trotz des Abstiegs den positiven Weg der Gruppe weiter zu gehen und sich nicht klein kriegen zu lassen. Dazu zählt natürlich auch, den Medien weiterhin zu trotzen. Eure Lügengeschichten können uns nur erheitern. Wir nehmen den Kampf gerne auf, denn wie heißt es doch so schön: Wer keine Sympathien hat, kann sie auch nicht verlieren. Im Stadion werden wir weiterhin für die bestmöglichste Stimmung sorgen, wenn es sein muss auch mit weniger Zuschauern. Der neue Szenetreff soll weiter etabliert und unser neues zu Hause immer schöner werden. Natürlich stehen auch noch viele andere schöne Projekte auf dem Plan. Für alle unsere Mitglieder bieten wir eine gesicherte und günstige Anreise zu allen Auswärtsspielen, um auch dort die Kurve anzuheizen. Nahe Touren werden mit dem Zug gefahren und bei den weiteren Strecken werden wir einen ordentlichen Haufen in Bussen stellen. Immer weiter Ultras, immer weiter Aachen, egal ob Heim oder Auswärts.

Liebe kennt keine Liga, alle zusammen, alle für Aachen!

Karlsbande Ultras

Saison 2012 / 2013

Die Tränen aus München waren getrocknet, die Trauer über eine verpasste Relegation verflogen und der besiegelte Abstieg in die 3.Liga schien fast schon Nebensache geworden zu sein, angesichts der großen Vorfreude endlich wieder mit seinen Freunden in der Kurve stehen zu können. Für uns hieß es auf in das dritte Jahr Karlsbande Ultras.

Von den Medien als Aufstiegsfavorit auserkoren, keimte in dem einen oder anderen Optimisten die leise Hoffnung einer schnellen Rückkehr in die Zweitklassigkeit, auf. Mit gleich 3 vollgepackten Bussen ging es zum Saisonauftakt auf die Alm nach Bielefeld, wo man mit einer kämpferischen Leistung ein 1:1 beschert bekam. Dass man noch rund eine Stunde nach Spielende im Block feierte, spiegelte deutlich wieder, wie sehr man das verkorkste Vorjahr hinter sich lassen und auch innerhalb der Fanszene wieder enger zusammenrücken wollte.

Gleich zum Auftakt der Saison wurden uns 2 Heimspiele zugeteilt. Das Erste wurde gegen Wacker Burghausen mit 3:2 gewonnen, gegen die zweite Garde aus Dortmund reichte es zu einem 1 zu 1 Remis.

Spätestens nachdem man in Saarbrücken, seit einem gefühlten Jahrhundert nochmal, ein Spiel gedreht hatte und dann auch noch auswärts, waren selbst die letzten Pessimisten durchaus positiv für den weiteren Verlauf der Saison gestimmt. Doch genau mit diesem Spiel kam die Wende in vielerlei Bereichen.

Dass das Tischtuch zwischen den Aachen Ultras und uns mehr als zerrissen war, galt bis zu diesem Tag als keinerlei neue Nachricht, jedoch fand der Konflikt nach jenem Spiel einen neuen Höhepunkt, als eines unserer Mitglieder, von einem Aachen Ultra mit einer PVC Stange blutig geschlagen wurde und sich daraus eine Schlägerei entwickelte. Über Abläufe und Geschehnisse um diesen Spieltag wurde oft geschrieben und berichtet, wir für unseren Teil haben unsere Sichtweise der Geschehnisse in einer Stellungnahme klar dargelegt, weshalb es nicht in unserem Interesse liegt, an dieser Stelle kalten Kaffee erneut aufzukochen. Neben der Auseinandersetzung mit den Aachen Ultras, fand der Tag einen weiteren unschönen Höhepunkt, als die Polizei das Fehlverhalten einiger weniger, an einer Raststätte, mit einer Kollektivstrafe ahndete und die Personalien aller Businsassen aufnahm. Als Folge der Vorkommnisse sah sich der Verein durch das medial geschaffene Bild der Aachener Fanszene unter Zugzwang und kürte unsere Gruppe als Sündenbock, was ein Fahnenverbot für uns nach sich zog. Fehlende Gesprächsbereitschaft seitens des Vereins, immense Inkompetenz des Fanprojekts in Form der Hauptverantwortlichen K. Walther und mediale Hetze, gaben uns das Gefühl an den Pranger gestellt zu werden und unerwünscht zu sein.

Diese Tatsache wollten wir so jedoch nicht stehen lassen, bestärkt durch die Tatsache gut genug zu sein um für Stimmung und Choreographien zu sorgen, womit man sich rühmen kann, aber dann als Sündenbock für eine zerrüttete Fanszene herzuhalten. Man fasste den Entschluss für einige Spiele genau diese Fakten, in Form eines Stimmungsboykottes von 13 Minuten und 12 Sekunden, zu untermauern. Außerdem wollten wir dem Verein nicht als Plattform dienen, schöne Bilder mit Alemannia Fahnen und Doppelhaltern an die Öffentlichkeit zu tragen und somit das Bild einer friedlichen Welt vorzugaukeln. Aus diesem Grund entschlossen wir uns, mit durchaus schwerem Herzen, die schwarz–gelbe Kleidung und die gewohnten Fahnen zu Hause zu lassen und gegen schlichte schwarz–weiße Fahnen und Tshirts, mit "Unerwünscht"-Aufschrift einzutauschen.

Auch sportlich wurde die Kehrtwende eingeschlagen und der Optimismus der Vorwochen, verflog mit 7 sieglosen Spielen in Folge und ließ schnell die Angst der Vorsaison, abermals im Abstiegssumpf zu versinken, aufkeimen. Der Auswärtssieg gegen Chemnitz ist, in Anbetracht der erneut folgenden 7 sieglosen Spielen, schon als kleines Wunder zu werten. Als wäre dies nicht das einzige Problem, überschlugen sich die Ereignisse je näher man Richtung Winterpause steuerte.

Nach dem die lokale Presse von einem riesigen Finanzloch in unserem Etat berichtete, welches der Verein nicht stopfen könne, kamen immer mehr Fehler der Vereinsführung ans Licht, an dessen Ende die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stand und somit bedeutete, dass die Saison für uns bereits jetzt nur noch Testspielcharakter haben sollte und man sich bereits auf einen erneuten Abstieg einstellen musste. Der Schock im Fanlager war immens, weshalb man die Verantwortlichen zu Rede stellen wollte. Die Leute, die das, was in den letzten Jahren mühsam aufgebaut worden war mit Füßen getreten hatten und unsere Alemannia mit Vollgas gegen die Wand gefahren hatten. Natürlich fühlte sich keiner für irgendetwas verantwortlich und von Woche zu Woche kamen immer mehr Details an die Öffentlichkeit, die zeigten wie schlimm es um unseren Verein eigentlich stand.

Spätestens jetzt war jedem Alemannia-Fan klargeworden, dass diese Saison noch weitaus schmerzhafter werden sollte, als die des Vorjahres. Da kam es dem Verein sehr gelegen, von den akuten Problemen ablenken zu können, als es zu einem erneuten Zwischenfall mit den Aachen Ultras kam. Mitglieder eben dieser, zogen den Zorn einiger Businsassen unserer Gruppe auf sich, als sie versuchten eines unserer Mitglieder, nach dem Spiel bei Stuttgart 2, an der Raststätte in Pforzheim mit einem PKW anzufahren. Die Autoinsassen stellten daraufhin kurioserweiser willkürliche Anzeigen gegen führende Leute unserer Gruppe.

Der Verein und die Polizei nutzte diese Gelegenheit und man stellte vorsichtshalber erst einmal Stadionverbote aus. Kurz vor der Winterpause hatte die gesamte Aachener Fanszene sich am bundesweiten Stimmungsboykott der Aktion 12:12, gegen das DFB Sicherheitspapier, beteiligt. Nachdem jedoch in einem Randblock die eine oder andere Gruppe lieber weiter durch ferne Galaxien düste, hatten auch die letzten Alemannia-Fans verstanden, dass diese Gruppe auf die deutsche Fankultur keinen Wert legt. Da war es umso mehr erfreulich, dass man eine komplette Busbesatzung auf eine 12-stündige Fahrt nach Burghausen sendete und das gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit, da man erst vor Ort, von der Absage des Spiels erfuhr.

Neben dem Ligabetrieb, war man in dieser Saison in gleich 2 weiteren Wettbewerben vertreten, so waren zu Beginn der Saison im DFB-Pokal die Bauern aus Gladbach zu Gast, denen man deutlich zu verstehen gab, was man von ihnen hält, musste sich leider dennoch mit 0:2 geschlagen geben.

Weitaus besser lief es hingegen im Mittelrhein-Pokal, dessen Gewinner ein Startplatz im DFB-Pokal des Folgejahres winken sollte. Nachdem man sich gegen Eilendorf durchsetzte, stand zu Jahresbeginn ein Spiel bei der Viktoria aus Köln an, bei dem man nach einem packenden Elfmeterschießen die Oberhand behielt. Neben dem Platz, in einem gesonderten Block, untermauerten die Aachen Ultras die These über ihr Desinteresse an der Fankultur und am Fußballsport sowie der Alemannia im Allgemeinen, indem sie bei besagten Spiel in Köln bekannt gaben, sich zukünftig aus dem Stadion fern zu halten - und tschüss!

Zwar schaffte man in der Rückrunde noch den ein oder anderen Überraschungssieg, jedoch überwiegten auch hier die punktlosen Spiele, weshalb man es in den Folge-Spiele, auch nicht schaffen sollte, die rote Laterne abzugeben. Jedes Ligaspiel hatte den Charakter eines Testspiels bekommen, da der Abstieg ohnehin, durch das kommende Insolvenzverfahren, besiegelt war.

Umso größer war die Vorfreude auf das Spiel gegen Preußen Münster, wo man sich nochmals richtig mobilisieren konnte und diesen mit einem vollen Auswärtsblock, mit ‚Scheiss Muenster‘ Schals eine eindeutige Botschaft übermittelte. Doch auch hier erlitt die Szene einen herben Dämpfer, als drei komplette Busse mit rund 120 Stadionverboten aus Sicherheitsbedenken belegt wurden, wo es bis zum heutigen Tage kein Verfahren gibt.

Passend zum gesamten Verlauf der Saison, sollte uns auch unser letzter Wunsch verwehrt bleiben, sich wenigstens im Mittelrhein-Pokal Finale gegen Fortuna Köln durchzusetzen.

Das war sie also, Saison 2012/2013 sportlich nach gutem Beginn ein totaler Reinfall, die Risse in der Fanszene konnte nicht gekittet werden, sondern weitere Abgründe wurden geschaffen, absolutes Versagen der Fanprojektleitung und zu allem Übel, schaffte es unsere völlig unfähige Vereinsführung der letzten Jahre den Verein an den Rande der Existenz zu bringen. Was am Ende übrig geblieben ist, von der optimistischen Einstellung des Wiederaufstiegs, ist der größte Scherbenhaufen der Vereinsgeschichte. Doch dennoch werden wir auch voller Elan in eine weitere Saison ziehen, denn am Ende ist es dann doch die Sommerpause, die einen am meisten quält.

Saison 2013 / 2014

Die vierte Saison Karlsbande stand vor der Tür und wirft man einen Blick zurück, hätte wohl kaum einer damit gerechnet, dass einem der Ligaalltag in der Regionalliga bevorstehen würde. Unsere geliebte Alemannia war nun also nicht mehr im Profibereich. Direkter Wiederaufstieg? Wohl eher nur ein Wunschtraum, mit dem man sich nach der grausigen Vorjahressaison nicht mehr befassen möchte. Trainer René von Eck wurde mehr oder weniger mit einem Hungerslohn vom Hof gejagt und Übungsleiter der Zweitvertretung Peter Schubert zu wenig Erfahrung attestiert. Wer also sollte den Karren wieder ans laufen bringen? Zu sehr eilte dem Verein der Ruf der Inkompetenz voraus, sodass niemand wirklich daran interessiert war, in Zukunft seine Vita mit dem Namen Alemannia Aachen zu vervollständigen. Unsere chaotische Vereinsführung wäre aber nicht unsere chaotische Vereinsführung, wenn sie nicht noch ein Ass im Ärmel hätte – genau, Peter Schubert sah man zwangsläufig nun doch im Stande, diese Aufgabe zu meistern. Es schien also alles beim Alten zu sein und die Vereinsführung führte den Laden weiter so saumäßig beschissen, wie zuvor.

Wenig optimistisch gingen folglich auch wir in diese Saison und rückblickend muss man sich eingestehen, dass wir die bis hierhin schwächste Saison unseres Gruppenbestehens erwischt hatten. Kann man die vorherigen Spielzeiten trotz aller Vorkommnisse, als durchaus positiv bewerten, bekam man nun erstmals eine absteigende Tendenz in Punkto Gruppenleben zu spüren. Die sportliche Situation hatte unserer Gruppe mehr zugesetzt, als man bereit war, sich einzugestehen. So konnte man das Verlassen der einen oder anderen Führungsperson nicht wie gewollt kompensieren. Die Tribüne musste zudem mehr oder weniger als tot bezeichnet werden. Zu sehr hatte der Konflikt mit den Aachen Ultras und die sportliche Misere der letzten Jahre der Tribüne zu gesetzt.

In Folge dessen versuchte man dieser Situation mit einem Standortwechsel entgegen zu wirken. Vom angestammten Platz wechselten wir über das Mundloch in S3, um von dort aus die Kräfte zu bündeln. Sportlich lief es wieder wenig rund, doch wirklich einen Vorwurf machen konnte man der Mannschaft nicht. Gleich 13 Neuzugänge wurden in diesem Sommer nach Aachen transferiert, dem gegenüber standen 20 Abgänge. Schwer also von einer komplett neuen Mannschaft zu erwarten, Bäume ausreißen zu können. Die Bestätigung hierfür zeigte sich, als nach dem positiven Start von 3 Siegen in den ersten 4 Spielen, eine Niederlagenserie von 6 Spielen folgte. Zu allem Übel schied man als Vorjahresfinalist in diesem Jahr gleich in der ersten Runde des FVM Pokals beim Dorfverein Inde-Hahn aus. Der weitere sportliche Verlauf ähnelte stark einer Achterbahnfahrt. Ebenso konnte man gegen Ende der Spielzeit phasenweise wieder stimmungstechnisch positivere Akzente setzen.

Alles in allem wird man über diese Saison nicht viel mehr Worte verlieren müssen und ist für unsere Gruppe, wie auch für die Mannschaft, als Findungsphase abzuhaken. Es bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft gefestigt ins Folgejahr startet und in Folge dessen, dann auch die entsprechenden Früchte erntet. Wir als Gruppe mussten den ersten, nicht gewollten, größeren Umbruch in personeller Hinsicht verarbeiten und sind festentschlossen im kommenden Jahr in alter Stärke wieder zurückzukehren.

Saison 2014 / 2015

Nachdem man die Vorjahressaison auf allen Ebenen verkorkst hatte, galt es, das wankende Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Daher blieb man in der Sommerpause nicht untätig und arbeitete einen Plan aus, wie man dem Stimmungstief auf der Tribüne entgegenwirken könne. Gemeinsam mit der neu gegründeten Gruppe Yellow Connection und weiteren Fanclubs entschloss man sich, den Stimmungsblock hinter dem Tor in S3 auszurufen. Auch auf personeller Ebene kam es zu Veränderungen. So endete in dieser Saison eine Ära und Charli gab seinen Posten als Vorsänger der Fanszene nach 8 Jahren ab. War es zu Beginn der Saison noch etwas schwierig die Tribüne zu koordinieren, wurden die neuen Führungsleute schneller akzeptiert und auch der Stimmungsblock trug erste Früchte.

Zeitgleich spielte unsere Mannschaft eine bemerkenswerte Saison. Der Kader es Vorjahres wurde punktuell verstärkt und man schaffte es als Kollektiv aufzutreten. Die erfreuliche Konsequenz war der zweite, bzw. nach Punktabzug für Rot Weiss Essen, der erste Platz zur Winterpause.

Zudem erreichte man in konstruktiven Gesprächen mit dem neuen Geschäftsführer Alexander Mronz, dass das bestehende Zaunfahnenverbot aufgehoben wurde. In Folge dessen fand eine mediale Hetzjagd, gefördert durch peinliche Falschaussagen der Polizeiführungsetage und der IG, gegenüber unserer Gruppe statt. Die Konsequenz war die, dass der amtierende Geschäftsführer Mronz zum Ende der Saison seine Koffer packen musste und das Fahnenverbot wieder eingeführt wurde. Zudem wurde dieses noch durch das Verbot der Stadionverbotler sowie der Pyro Fahne erweitert. Dieses ganze Vorgehen zeigt abermals die Manipulierbarkeit unserer Vereinsführung und das es schier unmöglich scheint, dass der Tag kommen mag, an dem man sich hinter seine Fans stellt. Seinem Unmut machte man in einer ausführlichen Stellungsnahme Luft. Indes wurde die Zusammenarbeit zwischen uns und der Gruppe Yellow Connection gefestigt, was sich auch in einem offenen Brief von YC zeigte, indem man sich gegen das Verbot der Stadionverbotler Fahne aussprach. Weitere Rückendeckung erfuhr man durch die dritte Ultragruppe im Bunde, Kollektiv, welche sich in Form von Spruchbändern mit uns solidarisierte. Für unsere Gruppe stellte das Vorgehen des Vereins einerseits wieder einen herben Schlag in die Magengrube dar, anderseits ist es erfreulich zu sehen, wie die Zusammenarbeit innerhalb der Aachener Ultraszene funktioniert.

Die sportliche Situation förderte zeitgleich auch die Entwicklung des Stimmungsblockes und der gesamten Aachener Fanszene. Bestätigung erhielt man, als zum Rückrundenauftakt Rot Weiss Essen zum Spitzenspiel und Westschlager in Aachen gastierte. Wir als Gruppe organisierten einen Fanmarsch vom Marktplatz zum Stadion. Rund 1.300 Aachener schlossen sich uns an, eine Zahl auf die man rückblickend durchaus stolz sein kann, wenn man bedenkt, dass man leider viertklassig ist und wie trist die Vorsaison für uns abgelaufen war. Neben dem Rekordspiel konnte man durchaus weitere sehenswerte Akzente als Gruppe setzen und mit sehenswerten Pyroaktionen sowie Intros die Aachener Fankurve beleben.

Rein sportlich kam es gegen Mitte der Rückrunde zu einem Einbruch, der insbesondere durch die Vereinsführung herbeigeführt wurde, da man personelle Entscheidungen im sportlichen Bereich in der entscheidenden Phase der Saison tätigte und somit unnötig Unruhe in den Laden brachte. Schaut man einmal zurück, was die Vereinsführung in den vergangenen Jahren alles an Scheiße verzapft hat, ist dies ein vernichtendes Armutszeugnis!

Im Laufe der Saison blieb unsere Gruppe leider auch nicht von personellen Schicksalsschlägen verschont und gleich zwei Mitglieder unserer Gruppe lagen unabhängig voneinander, nach schweren Unfällen, im Koma. Besonders hier zeigte sich der Zusammenhalt unserer Gruppe und die Unterstützung der gesamten Fanszene, auf die wir bauen konnten. Beide sind dabei, die schwere Hürde in ihrem Leben zu meistern und kämpfen sich zurück ins Leben und die Kurve! In solchen Momenten merkt man, wie nebensächlich der Fußball sein kann und welchen Stellenwert die Gruppe für einen haben kann, wenn man weiß, in entscheidenden Augenblicken seine Freunde hinter sich zu haben.

Sportlich verpasste man am Ende die Relegation und die mögliche Rückkehr in den Profibereich um einen Punkt. Trotz allem fand die Saison noch einen versöhnlichen Abschluss mit einem Kantersieg untermalt von einer tollen Pyroaktion.
Im kommenden Jahr gilt es an die geleistete Arbeit anzuknüpfen und den Stimmungsblock weiter voranzutreiben.

Karlsbande Ultras

 
Politik

Wir, die Karlsbande Ultras, möchten uns hiermit deutlich von jeglichen politischen und extremistischen Strömungen distanzieren. Innerhalb der Gruppe gibt es ein breites Spektrum diverser Ansichten und Meinungen, der Gruppenkonsens lautet aber, dass jegliche Parteipolitik beim Fußball außen vor bleiben muss. Es wird bei uns nicht geduldet, dass einzelne Mitglieder ihre Weltanschauung durch politische Kleidung, Parolen, oder ähnlichem propagieren.

Darüber hinaus wurde von Beginn an offen kundgetan, dass wir keine politischen Aktivisten in unseren Reihen dulden. Dieser Vorsatz wurde auch bereits in aller Konsequenz umgesetzt, nachdem eines unserer früheren Mitglieder eine politische Veranstaltung besucht hatte. Ein grundsätzlich unpolitisches Auftreten ist nicht nur obligatorisch für alle unsere Gruppenmitglieder, sondern selbiges wurde auch wiederholt allen Personen aus der Aachener Fanszene nahegelegt.

In der Vergangenheit gab es Versuche, der einen, sowie der anderen Seite, Fußballfans für ihr Anliegen zu gewinnen. Dies wird seit unserer Gründung nicht mehr toleriert. Jegliches Bemühen, uns in eine politische Ecke zu drängen, ist aufgrund der Heterogenität und der Pluralität innerhalb der Gruppe ein Akt der Unmöglichkeit. Wir wollen weder Rechte, noch Linke! Mit reinem Gewissen können wir jegliche Anschuldigungen, politische Agitation irgendeiner Art zu betreiben, negieren.

Karlsbande Ultras – Unpolitisch